So, Freunde – das wird jetzt nicht leicht. Heute gibt es Unschönes zu verkünden, nämlich:
El Fútbol ist Geschichte. Der Blog wird in Zukunft leider nicht mehr weitergeführt.
Gehen wir die Gründe dafür durch. Am Anfang, vor fast zwei Jahren, war dieser Blog für mich einfach eine kleine Spielerei, nichts weiter als die Möglichkeit, meine Gedanken zum Fussball, die ich ansonsten mit mir herumtragen und weitestgehend für mich behalten würde, in die weite Welt rauszuhauen und dann mal zu sehen, was so daraus wird, ob das überhaupt irgendjemand lesen und wahrnehmen wird und überhaupt. Schon damals hatte ich von Trainer Baade, den ich ganz am Anfang mal mit ein paar Rookie-Fragen angemailt hatte und der seitdem nichts anderes als mein Mentor in Sachen Fussballbloggerei war und ist, den Tipp erhalten, dass ein guter Blog idealerweise einmal pro Tag aktualisiert werden sollte.
Dieses Prinzip habe ich in der Folgezeit übernommen und ich muss sagen, dass die Entwicklung, die der Blog danach bis heute genommen hat, mich sehr gefreut hat und auch stolz gemacht hat: es kamen immer mehr Leser, die Beiträge wurden immer häufiger kommentiert oder verlinkt, und unter den Artikeln tauchten immer wieder Benutzernamen auf, die ich schon von vorherigen Artikeln kannte.
Dadurch habe ich dann gelernt, dass so ein Blog eine tolle und schöne Sache ist, wenn man die notwendige Zeit und Anstrengung dafür aufbringt. Inzwischen bin ich aber leider an einem Punkt angekommen, an dem ich mir eingestehen muss, dass ich diesen Aufwand einfach nicht mehr hinkriege. Der Zeitmangel ist zwar nicht der einzige, aber der Hauptgrund für das Ende. Neben Studium, Fussball, Freundin, Nebenjobs, Freunden, Feierei und der Tätigkeit als Unterweltboss bleibt halt einfach nicht mehr die Zeit dafür, Tag für Tag etwas Interessantes zum Fussballgeschehen zu veröffentlichen. Nun könnte man natürlich einfach die Schreibfrequenz runterfahren und nur noch ein zwei Beiträge pro Woche veröffentlichen, aber das wäre dann so ein halbherziges Mittelding, und nicht so meins. Entweder ganz und richtig oder eben garnicht.
Hinzu kommt dann auch noch, dass sich meine Interessen in Sachen schreiberische Tätigkeit mit der Zeit mehr und mehr vom Fussball weg und zum allgemeinen Leben hinbewegen. Das hat nichts damit zu tun, dass mir Fussball weniger wichtig ist als vorher, sondern eher damit, dass ich nun erst einmal über andere, weitergehende Themen schreiben, irgendetwas über die Welt und über das Leben an sich aufs Papier bringen will. Ein Buch, ein Drehbuch, ein neuer Blog über das Leben, irgendwas. Mein großer Traum ist ja mein eigener Roman, mir fehlt aber bisher noch eine gescheite Geschichte dazu. Vor einiger Zeit habe ich trotzdem einfach mal losgeschrieben. Zieh dich warm an, deutsche Migrationsliteratur! Sorry, ich schweife ab.
Jedenfalls hat mir dieser Blog insofern sehr geholfen, da er mir zum einen deutlich gemacht hat, dass mir Schreiben an sich sehr liegt und viel bedeutet und vor allem durch die Erkenntnis, dass ich durch das Schreiben ziemlich viele Menschen erreichen kann. Das ist für mich persönlich eine sehr wichtige und schöne Erkenntnis, die sich womöglich auch noch auf meine spätere berufliche Ausrichtung auswirken könnte.
Deswegen möchte ich mich nun, langsam zum endgültigen Schluss kommend, bei euch allen bedanken, die ihr mein Geschriebenes gelesen und kommentiert und damit einen großen Anteil zu diesem Blog geleistet habt, vor allem bei:
Aaron, Alex, Anderl, Balboa, Bwells, Bern 1989, br3dr3n, bbz, Chris, Calli, Christoph, Cliff, Creymar, Dennis, Ehinaldo, Evil, Ezequiel, Friedrich, Guido, Guybrush, heinzkamke, Holdt, Huge, Ilja, J, Jeensii, Jens, Jensen, Klaus, Manu, Mario, Martin, Marvin, Mattes, Max Power, McBuhl, McP, Mettskillz, Michael, mitVollkaracho1986, Nico, Ohliwa, Oli, Pana, Peppi, Phil, Pinto, Piratim, Prinzp, Rehunger, Sinister, Stadtneurotiker, Squirreljoe, Ste, Stefan, Strafraumfummler, Thomas, Tolgi, Torja, Wakinger,
und natürlich ebenso bei allen anderen, die ich jetzt beim Überfliegen der insgesamt 1350 Kommentare übersehen habe bzw. die stillschweigend mitgelesen haben. Eure Leserschaft und die Interaktion mit euch war für mich immer das Coolste am Bloggen überhaupt, denn ein Blogger ohne Rückmeldung ist nichts. Ein spezieller Dank geht an Ronnie Grob von bildblog.de, ohne dessen zahlreiche Verlinkungen ein recht großer Teil der Leser wohl nie hier gelandet wäre.
Wie ich mir sagen lassen habe, haben wohl schon viele andere Blogger bereits auf ähnliche Weise ihren Abschied verkündet, nur um Monate später zurückzukehren, und zwar um die Erkenntnis reicher, dass sie es doch nicht ganz lassen konnten. Ob das auch bei mir so sein wird, werden wir sehen. Für den Moment zumindest ist das Ende jedenfalls endgültig.
Vor dem Verfassen dieses Textes hatte ich mir eigentlich fest vorgenommen, ihn ganz sicher nicht zu pathetisch und emotionalgeladen klingen zu lassen, da es Wichtigeres und emotionsbegründenderes gibt und es hier am Ende doch nur um so etwas weltunbewegendes wie ein Blog geht. So richtig ist mir das wohl nicht gelungen. Aber eigentlich ist das auch ganz ok so.
Das war es also. So long, macht es gut!
Sidan.